Archiv der Kategorie: Hoffnung und Trauer

Sorgen zu verschenken 

Werde ich morgen noch Arbeit haben
Wird meine Frau ich liebe dich sagen

Wird die Sonne wieder scheinen
Wird den Kindern das unbeschwerte Lachen bleiben

Wird mein Auto anspringen
Werden früh morgens die Vögel singen

Wird der Terror weiter morden
Macht mir ein Husten jetzt Sorgen

Werden die Marienkäfer fliegen
Werden die Gefühle siegen

Wird der Kastanienbaum blühen
Wird das Feuer in mir noch glühen

Können wir der Demokratie vertrauen
Wird ein Herrscher sein Schloss sich bauen

Werden die Menschen weiter Lügen verbreiten
Wird die Vernunft uns leiten

Wird einer seinen Nachbarn verraten
Wirst du mich sehen und dich mit mir beraten

Wird Neid und Gier die Seele zerfressen
Findet meine Katze noch genügend zu essen

Werden wir weiter auf Kosten anderer leben
Wird die Erde dann beben

Wird das Gemeinsam unser Streben sein
Oder bleiben wir doch allein

Wird der Hass unsere Sinne betören
Wird der Mensch unsere Welt zerstören

Wird Liebe unsere Seele heilen

Nicht vergessen

Uli ist freiwillig aus dem Leben gegangen.

Ich kannte sie. Nicht gut. Aber ein bisschen.

Als wir unseren Garten hatten, in der Kolonie,
hatte sie ihren Garten eine Ecke weiter.

Ihre Beziehung zerbrach.

Viele Jahre hat sie für die Diakonie gearbeitet.

Sorgte sich um Qualität.

Wurde schwer Krank.

Krebs.

Überstand diese Krankheit.

Uli erfüllte sich einen Traum.

Übernahm ein gemütliches Restaurant in Berlin-Wedding.

Am Ufer der Spree.

Vielleicht hat sie sich übernommen.

Vielleicht kam die Krankheit zurück.

Vielleicht trübte Alkohol ihren Blick.

Vielleicht wollte sie sich einfach nicht mehr wehren.

Und sie sprang aus dem Leben.

*1965 †2014

»Szenen wie aus dem Katastrophenfilm«

Diese Schlagzeile steht heute (17.4.2014) im »Der Tagesspiegel«, Nummer 22020, auf Seite 28 – Weltspiegel, und bezieht sich auf die gekenterte südkoreanische Fähre »Sewol«. Nach diesem schrecklichen Unglück werden noch über 300 Menschen vermisst.

So weit sind wir also nun. Wir setzen eine Katastrophe mit wahrscheinlich hunderte Leidtragenden gleich mit einem Film, einer von Menschen gemachten Fiktion, die nicht der Realität entsprechen muss, bei der es keine Opfer gibt. Wir vergleichen die Realität mit einen Film, und merken dabei nicht, wie wir damit den Film zur Wirklichkeit erheben. Glauben wir den Bildern bald mehr als dem realen Leben?

Von einzelnen Journalisten, aber vielmehr noch von einer Zeitungsredaktion, erwarte ich mehr, setze ich das Gespür für die Wahl der »richtigen« Worte voraus.

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Friedensdorf

„Wir können wohl nicht verhindern, dass diese Schöpfung eine Welt ist, in der Kinder gemartert werden, aber wir können die Zahl der gemarterten Kinder verringern. Und wenn Sie uns dabei nicht helfen – wer soll uns dann helfen?“ (Albert Camus)

Wir haben in der letzen Woche den kleinen Shakzod aus Tadschikistan kennengelernt, der in Berlin in einem Krankenhaus wegen seiner schweren Verbrennungen behandelt wird. Ich bin tief beeindruckt von diesem kleinen Menschen, aber auch von der Hilfe, die er durch Friedensdorf International erhält.

Link: www.friedensdorf.de