Archiv der Kategorie: Gedanken

Warum ich nicht erfolgreich bin und es auch nie sein werde

Als junger Mann habe ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht. Hertie in Neukölln hatte mich nicht angenommen, aber die damalige Leiterin der Ausbildung des KaDeWe stellte mich ein. So absolvierte ich drei Lehrjahre mit Erfolg und wurde danach angestellt. Aus mir ist dennoch kein geborener Verkäufer geworden. Das KaDeWe hatte damals noch eine andere Ausrichtung als heute der Einzelhandel. Natürlich musste auch Umsatz erwirtschaftet werden, aber Bedeutung wurde ebenso darauf gelegt, qualitativ gute Produkte zu verkaufen. Man musste keinem Kunden etwas aufschwatzen. Wer in der heutigen Zeit, zum Beispiel in einem Outlet Center, einkauft, der kann durchaus Markenprodukte günstiger erhalten, aber oftmals an die Bedingung geknüpft, mehr zu kaufen, als er braucht. In der Handelsspanne ist der mögliche Rabatt an Kunden sowieso einkalkuliert. Was alleine zählt, ist der Umsatz am Abend. Das ist Kapitalismus pur. Ich könnte das nicht. Als Verkäufer Menschen etwas verkaufen, was sie nicht wollen. Nicht brauchen. Und dabei mich verkaufen. 

Ich kann mich nicht verkaufen. Das ist bestimmt ein Grund, warum ich nicht erfolgreich bin. Aber was heißt erfolgreich? 

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Demagogen

Mit einfachen Worten erreichen sie uns. Wir meinen, sie sprechen unsere Sprache. Wir meinen, sie stehen mit uns auf einer Ebene. Sie sagen es doch. Wir, wir sind das Volk. Wir meinen, sie verstehen uns. Sie sind mit uns. Sie sind einer von uns. Also glauben wir ihnen. Es wird schon stimmen. Es ist subtil, es ist einfach. Es gibt zwar Stimmen, die sagen, dass sie Lügen verbreiten könnten. Aber das sind die anderen. Unsere Feinde. Die das meinen. Die sollen doch gehen. Wir sind das Volk. Wir lügen nicht. Wir zeigen euch doch nur eine Alternative. Eine alternative Wahrheit. Eine Provokation, ein kleiner Skandal, und von ihnen wird geredet, geschrieben, in den Medien wird berichtet. So erreichen sie uns. Es ist doch einfach, an klare Worte zu glauben. Ihr Denken ist schwarz oder weiß, gut oder schlecht. Schuld haben die anderen. Die uns bedrohen. Und wir sind entlastet. Wir wollen gut sein. Wir glauben ihnen. An ihre Wahrheit. Ihre einzige Wahrheit. So wie wir an Gott glauben. Den einzigen Gott. Ein Glauben gibt uns Kraft, gibt uns einen Sinn. So glauben wir auch ihnen. Unseren Führern. Das Gute muss siegen. Das Gute muss das Schlechte bekämpfen. Unseren Feind. Der uns bedroht. Für sie ziehen wir in den Krieg. Für sie kämpfen wir. Unter Kugelhagel, im Bombenkrater, blutüberströmt, im Sterben liegend, geht uns vielleicht ein Licht auf. Erkennen wir, dass wir in ihre Falle geraten sind. Ihnen auf den Leim gegangen sind. Wie die Ratten dem Rattenfänger, und seiner so schönen, einfachen Musik. Dass sie uns geführt haben, wie Marionetten an Schnüren. Wie es ein Führer eben macht. Aber es ist zu spät. Wir lassen unser Leben für sie. Wir opfern unsere Demokratie. Wir opfern unsere Kinder. Unsere Zukunft. Aber, das sagt doch der Andere, der Feind. 

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Trauer – die Kraft des Lebens

Wir haben keine Zeit. Für Gefühle, für Trauer. Der Tod. Er kommt. Unausweichlich, für jeden, immer. Manchmal auf plötzliche Weise. Ein Unfall, eine schwere Erkrankung, ein Freitod. Für den Menschen, der gestorben ist, ist es vorbei, das Leben, das Fühlen, alles. Aber es ist nicht vorbei. Für die Menschen, die weiterleben, die den Verstorbenen kannten, die ihn liebten. Es ist nicht vorbei, für die Mutter, den Vater, den Ehepartner, den Kindern, den Verwandten, Freunden und Bekannten. Jedes Leben wirkt.

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Die Welt des Menschen

Menschen haben sich eine eigene Realität geschaffen. Diese Realität, diese Welt des Menschen, ist weit entfernt von der Welt, der Natur, in der der Mensch lebt. Darin sehe ich das Problem überhaupt. Der Mensch empfindet sich als etwas besseres, höherstehend als alles, was sonst in der Welt existiert, er erhebt sich darüber. Über alles. Der Mensch sieht sich selbst als Gott, der über allem steht.

„Als Kolonialismus wird die meist staatlich geförderte Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet. Kolonisten und Kolonialisierte stehen einander dabei kulturell in der Regel fremd gegenüber, was bei den Kolonialherren im neuzeitlichen Kolonialismus mit dem Glauben an eine kulturelle Überlegenheit über sogenannte „Naturvölker“ und teils an die eigene rassische Höherwertigkeit verbunden war.[1] Diese Vorstellung wurde durch frühe Theorien einer soziokulturellen Evolution gestützt. Die Kolonisierung der Welt durch europäische Nationen leistete der Ideologie des Eurozentrismus Vorschub.[2] …

1 Osterhammel 1995: S. 19–21.

2 Hans Köchler: Demokratie und neue Weltordnung: ideologischer Anspruch und machtpolitische Realität eines ordnungspolitischen Diskurses. AG Wissenschaft und Politik, 1992. S. 9, 26.“

Zitat: Wikipedia

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