Die Welt des Menschen

Menschen haben sich eine eigene Realität geschaffen. Diese Realität, diese Welt des Menschen, ist weit entfernt von der Welt, der Natur, in der der Mensch lebt. Darin sehe ich das Problem überhaupt. Der Mensch empfindet sich als etwas besseres, höherstehend als alles, was sonst in der Welt existiert, er erhebt sich darüber. Über alles. Der Mensch sieht sich selbst als Gott, der über allem steht.

„Als Kolonialismus wird die meist staatlich geförderte Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet. Kolonisten und Kolonialisierte stehen einander dabei kulturell in der Regel fremd gegenüber, was bei den Kolonialherren im neuzeitlichen Kolonialismus mit dem Glauben an eine kulturelle Überlegenheit über sogenannte „Naturvölker“ und teils an die eigene rassische Höherwertigkeit verbunden war.[1] Diese Vorstellung wurde durch frühe Theorien einer soziokulturellen Evolution gestützt. Die Kolonisierung der Welt durch europäische Nationen leistete der Ideologie des Eurozentrismus Vorschub.[2] …

1 Osterhammel 1995: S. 19–21.

2 Hans Köchler: Demokratie und neue Weltordnung: ideologischer Anspruch und machtpolitische Realität eines ordnungspolitischen Diskurses. AG Wissenschaft und Politik, 1992. S. 9, 26.“

Zitat: Wikipedia

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Die Mutprobe

Ich habe nicht darüber nachgedacht und schon war es passiert.

Warum hast du das gemacht?

Ich weiß es nicht.

War es ein Hilferuf, was meinst du?

Glaubst du? Ich weiß es nicht. Es war wie eine Mutprobe für mich.

Du wolltest anderen etwas beweisen, du solltest dir vielleicht andere Freunde suchen.

Nein. Keiner meiner Freunde hat das von mir verlangt. Es war eine Mutprobe vor mir selbst. Ob ich mich das trauen kann.

Kannst du dir den trauen, bist du dir selbst ein Freund?

Wer bin ich denn?

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Kriegskind

Wo ist mein Vater?
Er ist im Krieg. Er kämpft für unser Land. Unser Vaterland.
Ich vermisse ihn. Wann kommt er nach Hause?
Ich weiß es nicht. Vielleicht bekommt er bald Fronturlaub. Gehe spielen. Ich habe keine Zeit.
Wo ist mein Bruder?
Frage nicht so viel. Ich muss die Wäsche bügeln. Du weißt es doch. Er ist im Krieg. Er kämpft für unser Land.
Mir ist kalt.
Wir haben keine Kohlen. Ich kann nicht heizen. Gehe ins Bett.
Ich habe Hunger. Soll ich hungrig ins Bett?
Wir habe nur einen Kanten trockenes Brot. Der ist für morgen früh, für das Frühstück.
Dann muss ich hungrig ins Bett. Wann kommt Vater heim? Und bringt etwas zu essen mit. Wie Früher.
Du fragst und fragst. Ich weiß es nicht. Er ist in Russland. Er kämpft für unser Land.
Unser Land. Ich verstehe das nicht. Was heißt das? Ich vermisse ihn. Ich kann mich kaum noch an ihn erinnern. An seine Stimme.
Er kämpft für unseren Führer. Unsere Soldaten opfern sich auf. Lass mich arbeiten. Ich muss noch mal los. Ich habe keine Zeit. Ich bin müde.
Ja. Gehe nur. Ich versuche, warm zu werden. Im Bett. Alleine.

Alleine. Und immer konfrontiert mit der Gefahr. Dem Krieg. Mit der Angst. Mit dem Hunger. Der Sorge eines Gegenangriffs. Der Bedrohung durch den Feind. Aber alles ist abstrakt. Was ist das: Vaterland. Worum geht es, in diesen Krieg? Um uns Menschen doch wohl nicht. Nur um Macht über andere. Mutter ist gegangen. Sie hat keine Zeit. Ich bin alleine. Liebt sie mich? Mein Magen knurrt. Ich verstehe das nicht.

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