Weihnachtsmann gekündigt

Lieber Himmel, der 30.12.2018

Wie wir durch eine undichte Stelle im Postmeisteramt ‚Lieber Himmel‘ erfahren haben, wurde kurz nach Weihnachten 2018 ein Kündigungsschreiben an den Weihnachtsmann per Einschreiben gesendet. In der offiziellen Begründung heißt es, dass der Weihnachtsmann zu alt sei. Der weiße Bart sei nicht mehr modern und der heutigen Zeit angemessen. Außerdem ist der alte Weihnachtsmann zu langsam. Die Stelle wird neu ausgeschrieben. Bewerben können sich junge Männer mit Charakter, möglichst ohne Bartwuchs. Im Zuge der Gleichstellung können sich natürlich auch Frauen bewerben. Und Kinder. Bewerbungsschluss ist der 31.7.2019. 

Hintergrund dieses Skandals ist aber, wie wir vermuten, ein anderer. Die Stelle des Weihnachtsmann soll mittelfristig abgeschafft werden. Zu wenig Kinder auf der Welt glauben noch an den Weihnachtsmann. Uns vorliegende vertrauliche Statistiken belegen eine dramatische Abnahme der Zahlen. Neuste Untersuchungen haben ergeben, dass,  wenn sich die Abnahme so weiter entwickelt, in schon zwanzig Jahren kein Kind über 8 Jahren noch an den Weihnachtsmann glaubt. Vor 10 Jahren lag diese Glaubensgrenze (adWGG) noch bei einem Alter von 9,5 Jahren. 

Ein weiterer Grund, wie aus dem uns vorliegenden internen Schreiben hervorgeht, ist die zunehmende Digitalisierung. Immer mehr Fotos vom Weihnachtsfest werden mit digitalen Kameras erstellt, die analoge Fotografie spielt keine nennenswerte Rolle mehr. Nun fordern Regierungskreise eine weitere Zunahme der Digitalisierung. Damit einhergehend befürchten nicht nur wir eine weiter steigende Vernichtung von Arbeitsplätzen. Hiervon wird auch der Arbeitsplatz des Weihnachtsmann betroffen sein. Eine ähnliche Befürchtung hatten wir im ausgehenden letzen Jahrhundert, auf der Höhe der Rationalisierungsmaßnahmen in den Betrieben. Damals sollte die Rentierkutsche durch eine Dieselkutsche ersetzt werden, um die wachsende Flut an Geschenken zu transportieren. Heute können wir froh sein, dass es hierzu nicht kam, der Dieselskandal hätte den Geist von Weihnachten doch sehr beschädigt. 

Aber der Geist von Weihnachten ist heute durch die Digitalisierung in aller höchste Gefahr. Die Forschung arbeitet intensiv an einer digitalen Rute. Hier scheint aber noch kein entscheidener Durchbruch in Aussicht zu sein.

Auch an der Wachstumsbeschleunigung von Weihnachtsbäumen durch Genmanipulation wird gearbeitet. Zur Zeit dauert es nach ungefähr 8 Jahre, bis ein Weihnachtsbaum erntereif ist. Geplant sind 2 Jahre. Es geht der Wirtschaft ums Geld verdienen, ums Geschäft mit Weihnachten. Das ist alles was zählt. 

Zählen scheint aber auch das Licht. Noch nie war in der Adventszeit die Weihnachtsbeleuchtung so hell wie 2018. Digitale Blinklichter, digitalisierte Sternschnuppen, computergesteuerte, am Fenster hängende Weihnachtsmänner aus Kunststoff, prägen das Bild von Weihnachten. Wo ist der Stern geblieben, der alleine für sich in der Dunkelheit leuchtet? Oder die Kerze im Fenster? Überall blinkt und strahlt es, mit stark zunehmender Tendenz. Augenentzündungen sind die Folge, es soll auch schon erste Fälle von Augenkrebs gegeben haben, aber das halten selbst wir für ein Gerücht. Dieses Gerücht „Augenkrebs durch Weihnachten“ wiederum hält sich aber, wie eine Verschwörungstheorie, in weiten Kreisen der Bevölkerung. Solange man es glaubt und nicht widerlegen oder das Gegenteil beweisen kann, ist es wahr, wird behauptet. 

Der Umsatz durch den Kauf von Weihnachtsgeschenken steigt von Jahr zu Jahr. Viele kaufen noch am Heiligabend. Andere fangen schon im Januar an, Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Und wissen schon im Februar nicht mehr, was sie alles haben. Die Krankenkassen, besonders die AOK, schlagen Alarm. Eine Initiative ist geplant, den frühzeitigen Kauf von Weihnachtsgeschenken als Sucht zu deklarieren. Aber die Lobby der Wirtschaft hält das für einen Witz. Und die geplanten Maßnahmen der Kassen, Kaufstufen einzuführen, sind auch sehr undurchsichtig. Zu verwoben sind die Kassen mit der Wirtschaft. 

Der Klimawandel gefährdet Weihnachten. Der Anstieg der Temperatur um mehr als 2 Grad kann kaum noch aufgehalten werden. Damit wird weniger Schnee fallen, weiße Weihnachten wird es dann nur noch in Erzählungen der Großeltern und in Geschichtsbüchern geben. Der Präsident von Amerika Trump behauptet, das es keinen Klimawandel gibt. Viele glaubten ihm, in dem sie ihn wählten. Wenn es keinen Klimawandel gibt, dann ist auch eine weiße Weihnacht nicht in Gefahr. Das ist ein gefährlicher Trugschluss. Ein dritter Weltkrieg, im Namen von Weihnachten, kann so nicht ausgeschlossen werden, glücklicherweise sehen Experten aber noch keine akute Gefährdung.

Eine Gefahr für die Umwelt wird aber nicht ausgeschlossen. Die Partei der Grünen fordert das Verbot von Weihnachtsschnee aus der Sprühdose. Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) ist als Triebmittel in den Dosen, zerstört aber die Ozonschicht. Die Industrie verschleiert den Einsatz von FCKW, sie hat einen Zusatzstoff beigemengt, nun ist ihrer Ansicht nach alles gut. Und der Schnee ist so doch viel feiner und weißer. Soviel zum Umweltschutz.

Lametta wurde ja schon vor Jahrzehnten auf den Pranger gestellt. Als, nach der Veröffentlichung durch Joschka Fischer, von den Grünen, bekannt wurde, dass in Russland hergestelltes Lametta durch Kinderarbeit gefertigt wird. Kleine Kinderhände können Lametta besonders fein schneiden. Besonders gerne wurden Kinder aus Afrika eingesetzt, weil sich Silber auf Schwarz besser abhebt. Die Kinder wurden ins Land gelockt, wie heute Frauen zur Prostitution aus Südosteuropa nach Deutschland. Russisches Lametta war entsprechend teuer und beliebt wie russisches Silber. Es hatte einen Marktanteil von über 80%. Die Highsociety wollte sich russisches Lametta an den Baum hängen und wie russisches Silber in der Vitrine zeigen. Bis Fischer die Bombe in seiner unnachahmlichen Art platzen lies, unter dem Motto „Wir wollen auch nicht, das alles so bleibt, wie es mal war.“ Das war damals ähnlich bekannt wie die Worte der Kanzlerin Merkel am 31.8.2015 während einer Pressekonferenz „Wir schaffen das“, als immer mehr Flüchtlinge nach Europa und Deutschland kamen. 

Die Partei AFD verlangen massiv, dass keine weiteren Flüchtlinge mehr nach Deutschland kommen und die Abschiebung aller Anderen. „Flüchtlinge kommen doch sowieso nur wegen Weihnachten.“, behauptet ihr 15. Vorsitzender, und weiter: „Sie sind eine Bedrohung für das echte, deutsche Weihnachtsfest.“ Aber waren die Eltern von Jesus, Maria und Josef, nicht auch Flüchtlinge? Das lehrt uns doch schon die Bibel. 

Spiegelreporter haben nun aufgedeckt, dass die Bibel eine Fälschung sein könnte. Ein gewisser Martin L. aus W. ist verdächtigt, er soll in E. vor ca. 500 Jahren maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, mit seiner Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. Das kann doch gar nicht sein. Damals gab es noch keine Computer, kein Internet, kein Google. Wie soll er das ganz allein geschafft haben? Ein Wahnsinniger, der, eingesperrt, ein Tintenfass an der Wand seines Turmzimmer zerbrach! Man sieht den Fleck noch heute. Keine Bibel. Kein Weihnachten. Meint die Linke Partei. 

Auf Initiative der FDP soll die Anzahl der Adventssonntage auf 6 erhöht werden. Damit gäbe es dann zwei verkaufsoffene Sonntage mehr in der Weihnachtszeit, mit sehr positiven Auswirkungen für den Handel und der Wirtschaft. Dagegen laufen die beide großen Kirchen Sturm, weil die Verschiebung des Totensonntags, vor dem Beginn der Adventszeit, zu großen Komplikationen führen würde, das gesamte Kirchenjahr müsste neu strukturiert werden. Auch Amazon ist gegen eine Verlängerung der Adventszeit. Für sie, den sich ausweitenden Versandhandel, sind Öffnungszeiten sowieso nebensächlich. Dafür hat Amazon bei der Dudengesellschaft ein neuen Vorschlag unterbreitet: der Kauf im Versandhandel soll danach zukünftig amazonen heißen. 

Und was sagen die anderen Parteien, die großen Volksparteien wollen mehr Erzieherinnen in den Kindergärten. Die Kinder lernen nicht mehr richtig, wie sie Weihnachtssterne basteln können. Das muss doch die Lösung sein. Sterne basteln zur Rettung von Weihnachten. Oder ist das der Untergang der Volksparteien?

Entsprechend sinkt der IWF, der Index, sich auf das Weihnachtsfest zu freuen. Der Kauf von Weihnachtsbäumen hat dieses Jahr stark zugenommen. Es gab, laut Familienberatungsstelle, Eltern, die mehrere Weihnachtsbäume kaufen mussten, weil der erste, zum 2. Advent aufgestellte (genmanipulierte?) Baum, frühzeitig nadelte. Zudem hat, als Folge des Klimawandels und des Waldsterben, die Qualität der Weihnachtsbäume stark nachgelassen. Für 2019 zeigt sich ein neuer Trend: Die vegane Biotanne.

Aber, was verloren geht, wie aus einem Gutachten der Kindernothilfe hervor geht, ist die Fähigkeit, sich auf den erst zu Heiligabend aufgestellten Baum, mit den Geschenken darunter, zu freuen.  

Auch der Weihnachtsstress war noch nie so hoch. Die Notaufnahme in den Krankenhäusern war kurz vor Heiligabend am Ende aller Kapazitäten. Weihnachtsdepression ist die neue Volkskrankheit, die sich zunehmend in der westlichen, christlichen Welt verbreitet. 

Auch wenn die wiedererstarkte Frauenbewegung zur Gleichberechtigung eine Frauenquote fordert, so bleibt fraglich, ob sich die Weihnachtsfrau durchsetzen kann. Auch eine geschlechtsneutrale Umbenennung des Weihnachtsmann scheint aufgrund des notwendigen Bartes schwierig. Trotz dieser Hindernisse kam es zur Gründung der Kampagne zur Rettung von Weihnachten. Diese Gründung hat im November letzten Jahres entsprechend großes Aufsehen erregt. Wie ihr Sprecher mitteilte, wird unter anderen folgende Forderung gestellt:

Rettung des Weihnachtsmann, so wie wir ihn kennen, also mit weißen, wallenden Bart. 

Eine entsprechende Petition der Kampagne zur Rettung von Weihnachten liegt zur Unterschrift in allen Ämtern aus. Fragen sie nach.

Wie ein überliefertes chinesisches Sprichwort sagt, alles ist wahr, wenn es dazu ein chinesisches Sprichwort gibt: 你可以相信每一個謊言,如果它隱藏在真相中。(Man kann jede Lüge glauben, wenn sie sich gut in der Wahrheit versteckt.)

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